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Game Over – Der Fall der Credit Suisse: Stream, Kritik & Analyse

Arthur Alfie Morgan • 2026-05-12 • Gepruft von Elias Hoffmann

«Game Over – Der Fall der Credit Suisse» zeichnet den Untergang einer der grössten Banken der Schweiz nach und wirft Fragen auf, die weit über die Finanzwelt hinausreichen. Dieser Artikel fasst zusammen, wo Sie die Doku sehen können, warum die Credit Suisse unterging und ob eine Rettung möglich gewesen wäre.

Kinostart: 27. März 2025 ·
Verfügbar auf: Joyn (kostenlos), RTL+ ·
Länge: 100 Minuten (HSG Square) ·
Produktion: Contrast Film

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob die Credit Suisse durch frühere Massnahmen hätte gerettet werden können, bleibt umstritten (Bluewin News)
  • Die genauen internen Entscheidungen der Führungsetage sind nicht vollständig öffentlich (Bluewin News)
  • Wie gross die tatsächlichen Verluste der CS bei einzelnen Skandalen waren, ist teilweise geschätzt (etwa Chiasso-Verluste laut Rutishauser nahe 5 Mrd. CHF) (Bluewin News)
3Zeitleisten-Signal
  • 1977: Chiasso-Skandal – erster grosser Vertrauensbruch (OutNow Filmkritik)
  • 2021: Greensill-Kollaps (Verlust ca. 10 Mrd. CHF) und Archegos-Pleite (OutNow Filmkritik)
  • März 2023: Vertrauensverlust, Kapitalabflüsse, Notübernahme durch UBS (SRF Kultur) (OutNow Filmkritik)
4Wie es weitergeht
  • Die Debatte über strengere Bankenregulierung in der Schweiz ist neu entfacht
  • Der Film liefert Stoff für Diskussionen über Unternehmenskultur und Aufsicht
  • Die UBS als einzige systemrelevante Grossbank steht unter besonderer Beobachtung

Die wichtigsten Fakten zur Dokumentation im Überblick:

Kernfakten zur Dokumentation
Merkmal Wert
Filmname Game Over – Der Fall der Credit Suisse
Kinostart 27. März 2025 (SRF Kultur)
Verfügbar auf Joyn (kostenlos), RTL+ (kostenpflichtig)
Produktion Contrast Film
Regie Simon Helbling (HSG Square)
Recherche Arthur Rutishauser, Chefredakteur SonntagsZeitung (HSG Square)
Laufzeit 100 Minuten (HSG Square)

Wo kann ich «Game Over – Der Fall der Credit Suisse» schauen?

Streaming-Anbieter im Überblick

Die Doku ist sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig verfügbar. Seit dem Kinostart Ende März 2025 kann man den Film auf Joyn kostenlos streamen – in der Schweiz und Deutschland. Alternativ ist er beim Partner RTL+ im Abo abrufbar. Nicht auf Netflix: Der dortige Titel «Game Over, Man!» ist eine völlig andere Produktion (YouTube Offizieller Trailer).

Kostenlos oder kostenpflichtig?

  • Joyn: Gratis (mit Werbung) oder im Premium-Abo ohne Werbung
  • RTL+: nur mit kostenpflichtigem Abo
  • Kinovorstellungen: Tickets über OutNow oder cineman.ch (aktuelles Programm prüfen)

Kinoprogramm

Der Kinostart erfolgte schweizweit am 27. März 2025. In grösseren Städten wie Zürich, Bern und Basel läuft der Film noch – eine aktuelle Übersicht bietet die Seite OutNow.

Das Paradox

Während die Doku die Bankenkrise schonungslos seziert, streamt man sie auf einer Plattform (Joyn), die selbst Teil eines Medienkonzerns ist, der eng mit der Schweizer Wirtschafts-Elite verflochten ist. Das verleiht dem Film eine zusätzliche Meta-Ebene.

Das Fazit: Die Dokumentation ist niederschwellig zugänglich – dank Joyn sogar gratis. Wer die volle Bildqualität ohne Werbung will, greift zu RTL+ oder besucht ein Kino.

Ist die Credit Suisse bankrott?

Was ist mit der Credit Suisse passiert?

Die Credit Suisse existiert nicht mehr als eigenständige Bank. Nach einem jahrelangen Vertrauensverlust übernahm die UBS am 19. März 2023 die angeschlagene Konkurrentin in einer Notfusion (SRF Kultur, öffentlich-rechtlicher Sender). Technisch gesehen war die CS insolvent – die Übernahme verhinderte eine klassische Pleite mit Abwicklung.

Die Übernahme durch die UBS

  • Der Aktienkurs der CS war auf wenige Franken gefallen.
  • Die Schweizer Regierung und die Finanzmarktaufsicht FINMA orchestrierten die Rettungsaktion.
  • Die UBS übernahm die CS für rund 3 Milliarden Franken – ein Bruchteil des früheren Börsenwerts.
Fazit: Die Credit Suisse ist wirtschaftlich tot, aber rechtlich in der UBS aufgegangen. Für Kunden und Aktionäre kam das einer Enteignung gleich.

Warum ist die Credit Suisse gescheitert?

Unternehmenskultur aus Hochmut und Gier

Die Doku «Game Over» zeigt, wie seit den 1970er-Jahren eine Kultur der Selbstbereicherung an der Spitze der CS etabliert wurde. Laut SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) brachten «Hochmut und Gier» die Bank zu Fall. Schon der Chiasso-Skandal 1977 deckte auf, wie Manager eigenmächtig Risiken eingingen – die offiziellen Verluste betrugen 250 Millionen Franken, tatsächlich waren es laut Arthur Rutishauser aber nahe fünf Milliarden (Bluewin News).

Fehler im Risikomanagement

Unter CEO Rainer E. Gut expandierte die Bank aggressiv ins Ausland und kaufte riskante Firmen auf (OutNow Filmkritik). Das Risikomanagement hielt mit dem Wachstum nicht Schritt.

Skandale wie Greensill und Archegos

  • Greensill (2021): Die CS verlor rund 10 Milliarden CHF, als die Lieferketten-Finanzierungsfirma zusammenbrach.
  • Archegos (2021): Weitere Milliardenverluste durch einen Hedgefonds, der mit geliehenem Geld spekulierte.
  • Beide Skandale offenbarten eklatante Kontrolllücken.
Was das bedeutet

Einzelne Manager – namentlich Tidjane Thiam und sein Nachfolger Thomas Gottstein – standen im Fokus, doch die Doku zeigt: Das Problem war systemisch. Die ganze Organisation war auf kurzfristige Gewinne und Boni getrimmt.

Das Muster ist eindeutig: Wiederholte Skandale und fehlende Kontrollen führten zum unvermeidlichen Kollaps.

Hätte die Credit Suisse gerettet werden können?

Alternativen zur Übernahme

Das Wall Street Journal titelte: «Was die Schweiz hätte tun sollen, um die Credit Suisse zu retten» – und deutete an, dass frühere Kapitalspritzen oder eine Abspaltung der Investmentbank die Katastrophe hätten verhindern können (Bluewin News). Die Doku lässt diese Frage offen, liefert aber reichlich Stoff für die Diskussion.

Rolle der Schweizer Regierung

Die Politik entschied sich für die Notfusion mit der UBS, um eine unkontrollierte Pleite zu vermeiden. Kritiker argumentieren, dass die Regierung zu zögerlich handelte und die Eigeninteressen der Banken zu wenig hinterfragte.

Der Haken

Die Rettung rettete das System, aber nicht die Glaubwürdigkeit. Viele Schweizer sehen die UBS heute als Monopol mit systemischem Risiko – «Too big to fail» ist aktueller denn je.

Die Frage bleibt: Ob durch andere Regulierungen ein anderer Ausgang möglich gewesen wäre, ist bis heute umstritten.

Wie ist die Credit Suisse pleite gegangen?

Chronologie des Niedergangs

Der Niedergang der Credit Suisse in chronologischer Reihenfolge:

Zeitraum Ereignis
1977 Chiasso-Skandal: Erste grosse Krise, Verluste von 250 Mio. CHF offiziell (OutNow Filmkritik)
2021 Greensill-Kollaps: Verlust von ca. 10 Mrd. CHF; Archegos-Pleite: weitere Milliardenverluste
März 2023 Massive Kapitalabflüsse, Aktienkurs stürzt ab; Notübernahme durch die UBS am 19. März 2023 (SRF Kultur)

Die Chronologie zeigt, wie sich die Krise über Jahrzehnte aufbaute, bis die Bank im März 2023 kollabierte.

Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse

  • 1977: Chiasso-Skandal – die CS ist faktisch bankrott, wird aber gerettet.
  • 1990er-2010er: Expansion unter Rainer E. Gut, Aufkauf von Risiken.
  • 2021: Greensill- und Archegos-Skandale.
  • März 2023: Vertrauensverlust, Übernahme durch UBS.
  • März 2025: Kinostart der Dokumentation «Game Over».

Die Ereignisse zeigen eine fatale Abfolge von Fehlentscheidungen und Vertrauensverlust.

Bestätigte Fakten

  • Die Credit Suisse wurde von der UBS übernommen (19. März 2023).
  • Die Doku ist seit 27. März 2025 im Kino und auf Joyn/RTL+ verfügbar.
  • Der Film thematisiert Unternehmenskultur, Chiasso-Skandal und die Skandale Greensill/Archegos.

Was unklar bleibt

  • Ob durch andere Regulierungen eine Rettung möglich gewesen wäre.
  • Die genauen internen Entscheidungen der Führungsetage (etwa zu Greensill).
  • Ob die UBS heute ein ähnliches Risiko darstellt.

«Hochmut und Gier brachten die Credit Suisse zu Fall»

– SRF-Kulturredaktion (SRF Kultur)

«Wie konnte die Bank trotz ‘Too big to fail’ untergehen?»

– Produktionsfirma Contrast Film (HSG Square)

Die Doku liefert keine einfachen Antworten, aber sie zwingt zum Nachdenken. Für die Schweizer Finanzaufsicht ist die Botschaft klar: Ohne tiefgreifende Reformen könnte sich eine ähnliche Krise wiederholen. Für den Finanzplatz Schweiz steht die Wahl: echte Transparenz und Kontrolle – oder das nächste «Game Over».

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Weitere Quellen

helvetia-verlag.ch, srf.ch

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Film auf Netflix verfügbar?

Nein. Der Film ist exklusiv auf Joyn (kostenlos) und RTL+ (kostenpflichtig) sowie im Kino verfügbar. Netflix hat lediglich den gleichnamigen Film «Game Over, Man!» – eine Komödie, kein Dokumentarfilm.

Wer hat die Doku produziert?

Produziert wurde sie von Contrast Film, einer unabhängigen Schweizer Produktionsfirma. Die Recherchen stammen von Arthur Rutishauser, Chefredakteur der SonntagsZeitung (HSG Square).

Gibt es eine deutsche Synchronisation?

Die Doku liegt in der Originalsprache (Schweizerdeutsch/Deutsch) vor. Untertitel sind auf Deutsch und teils Englisch verfügbar – je nach Streaming-Anbieter.

Wie lang ist der Film Game Over?

Die Laufzeit beträgt 100 Minuten (HSG Square).

Welche Bewertung hat der Film auf IMDb?

Da der Film erst Ende März 2025 erschienen ist, liegen noch kaum Wertungen vor. Eine erste Einschätzung findet sich auf OutNow.

Warum heisst die Doku «Game Over»?

Der Titel spielt auf das Ende der Credit Suisse als eigenständige Bank an – und darauf, dass das jahrzehntelange «Spiel» mit hohen Risiken und schwacher Aufsicht endgültig vorbei ist.

Kann man die Doku im Ausland sehen?

Joyn ist in der Schweiz und Deutschland verfügbar. RTL+ richtet sich an den deutschsprachigen Raum. Kinovorstellungen sind auf die Schweiz beschränkt.

Wird der Film auch auf DVD erscheinen?

Bislang gibt es keine offizielle Ankündigung. In der Regel erscheinen Schweizer Dokumentationen einige Monate nach dem Kinostart digital oder auf DVD.

Fazit: Die Dokumentation ist ein ungeschönter Blick auf den Absturz einer Grossbank. Für Zuschauer, die verstehen wollen, wie es zu der Pleite kam, ist sie Pflichtprogramm. Für Anleger und Aufsichtsbehörden bleibt die Lehre: Eine Kultur der Gier ist nicht regulierbar – nur ersetzbar.



Arthur Alfie Morgan

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